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Vorhersagen und Kosten

Mit den Vorhersagen ist es meist schwierig. Nun erreicht uns eine Vorhersage für die Strombranche. Und zwar von der renommierten Forschungsgruppe Photon aus USA, öffentlich gemacht auf eine Tagung im Dezember 2008 in Kalifornien. Die Photon Consulting Gruppe und ihre Schwesterfirma Photon – Das Solarstrommagazin, haben die Entwicklung der letzten Jahre auf dem Photovoltaik und den Strommarkt genau verfolgt und extrapoliert.

Danach wird „in wenigen Jahren“, was wir mit mittelfristig also 3-5 Jahren übersetzen, auf der Stromversorgung nicht weniger als eine Revolution stattfinden. Und, laut Photon, bislang hat es keiner gemerkt.

Grundlast
Es geht um die Grundlast beim Strom: also der tägliche Strombedarf, der nicht unterschritten wird. Für Deutschland ist sie ca. 60 GW bzw. ca. 40 GW in der ruhigeren Weihnachtszeit. Auf diese Grundlast kommt je nach Tageszeit und Wochentag und abhängig vom Wetter, Jahreszeit und andere Bedingungen zusätzlicher Bedarf hinzu. Für die Vorhersage dieser Grundlast verwenden die Stromversorger erhebliche Mittel und Mühe – sie ist eng verknüpft mit dem Gewinn.
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 Denn mit der Grundlast verdienen die Stromversorger nämlich das meiste Geld. Dafür werden die alten Kraftwerke und Atomkraftwerke eingesetzt, unflexibel zwar, aber mit den geringsten Kosten. Unflexibel weil eine Anpassung der Stromerzeugung an die Stromabnahme schwierig ist, so braucht ein Atomkraftwerk ca. 5 Tage bis es an das Netz bzw. vom Netz gehen kann.
Für den Strombedarf über der Grundlast werden andere flexiblere Kraftwerke eingesetzt, mit höheren Stromerzeugungskosten.

Revolution
Die angekündigte Revolution findet statt durch die politisch gewollte Zunahme der Stromerzeugung durch Wind, Photovoltaik usw. und auch durch deren Bevorzugung bei der Einspeisung ins Netz.

Die Zunahme dieser Erzeuger wird, so die Photon Aussage, in wenigen Jahren die Grundlast abdecken. Schon heute kann die Windenergie an den ruhigen Weihnachtstagen etwa 50% des gesamten Strombedarfes abdecken. 
Die Folge soll dann sein, dass einerseits die Kosten für die klassischen Energieversorger steigen, da flexiblere Kraftwerke eingesetzt werden müssen. Anderseits wird eine Überversorgung wahrscheinlich, was an der Strombörse für niedrigere Notierung sorgt, so dass auch die Verkaufspreise sinken und so aus dieser Kosten-Erlöse-Schere die Gewinne einbrechen.

Michael Rogol, Leiter Photon Forschungsgruppe, meinte dabei, dass bislang wohl nur er an diese Zahlenprojektionen glaube, so berichtet das Solarmagazin.

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        Michael Rogol
Photon Consulting, New York

Doch die Forschungsgruppe ist bekannt für zutreffende Analysen und genaue Marktbeobachtung, so dass man diese Hochrechnungen nicht ignorieren sollte. Die meisten klassischen Energieversorger sehen bislang die alternativen Energieerzeugungen eher als zahlenmäßig relativ unbedeutend. Diese Haltung wird sich ändern, wenn die Ertragssituation gefährdet wird.

Die Folge wird Druck auf die Politik sein, die Marktbedingungen und so die EEG Regeln anzupassen. Und die Politik wird nachgeben, gilt doch die Stromerzeugung als das Rückgrat der Wirtschaft, vor allem wenn sich in den nächsten Jahren das abnehmende Erdöl kräftig bemerkbar macht.

Folgen für Investoren
Wenn Photon auch dieses mal in den Hochrechnungen recht behält, so müsste man das Engagement in Aktien der Stromversorger mittelfristig überdenken und natürlich auch die längerfristigen Schuldverschreibungen. Aktuell sind diese Papiere kräftig gefallen, gerade in den letzten Wochen, siehe Grafik am Beispiel der Eon AG.
 
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Photovoltaik
Aber auch die boomenden Investitionen in Photovoltaik Anlagen gehören auf den Prüfstand. Besonders sollte nicht nur die jetzige Rendite, sondern die Herstellkosten des Stroms dringend in den Vordergrund gestellt werden. Denn das Einspeisungsgesetz mit der Vergütung und der Bevorzugung bei der Einspeisung wird sicherlich im Falle der vorhergesagten Revolution geändert werden. Günstige Herstellkosten sind eine Sicherheit für erfolgreiche Investitionen.

Preisverhandlungen beim Kauf oder Bau solcher Anlagen sollten sehr gezielt auf diesen Punkt ausgerichtet werden.
Nur günstigste Modulkosten sowie günstigste Kosten für Gelände, langfristige Wartungsverträge und Versicherungen sollten akzeptiert werden. Langfristige Betreiberverträge sollten gerade auch hinsichtlich der Sicherheit bei geringeren EEG Vergütungen geprüft werden, und zwar sehr eingehend.

Die hohen kurzfristigen Renditen, die jetzt wegen hoher Einspeisevergütung noch möglich sind, sollte nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage sein.

Den ausführlichen Bericht zu dieser Hochrechnung hat die Zeitschrift Photon Solarstrom Magazin veröffentlich. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages haben wir unter diesem Link den Artikel hinterlegt. Die aktuelle Ausgabe der PHOTON kann unverbindlich und kostenfrei auf deren Seiten bestellt werden.

 
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