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Kupferkathoden Drucken E-Mail

Nord-Süd-Gefälle

Das in den Minen geförderte Kupfererz wird zumeist an Ort und Stelle grob angereichert und zu einem Konzentrat verarbeitet. Sehr rein ist das Kupfer auf dieser Ebene noch nicht. Es bedarf erst eines aufwendigen Reinigungsprozesses, um aus dem Konzentrat der Minen das reine Kupfer der Kupferkathoden zu machen. Dieser Prozess ist nicht nur aufwendig und technisch anspruchsvoll, sondern auch teuer. Aus diesem Grund sind die Minen froh, die Reinigung nicht selbst übernehmen zu müssen, sondern sie den Schmelzen überlassen zu können.
Eine dieser Schmelzen ist der Aurubis Konzern, in den sich die Norddeutsche Affinerie nach der Übernahme der belgischen Cumerio umbenannt hat. Als erstes Fertigprodukt entstehen im Reinigungsprozess die so genannten Kupferkathoden. Sie sind Ausgangsprodukt für weitere Verarbeitungsschritte, also z.B. das Auswalzen zu Bändern und Kupferdraht. Für hochtechnische Anwendungen reicht die Reinheit zwar noch nicht aus, dennoch geben Angebot und Verbrauch der Kupferkathoden einen sehr guten Überblick über die Lage auf dem Kupfermarkt.

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Kupfer Für Stromleitungen
Photo: Aurubis

Betrachtet man die Weltkarte nach Produktion und Verbrauch von Kupferkathoden, so ergibt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Die geographische Nähe zu den großen Kupferminen in Chile führt dazu, dass in Südamerika viele Kathoden produziert werden. Aber der Bedarf fällt mit 0,9 Mio. Tonnen nicht sehr hoch aus. Für Südamerika hat einen Kathodenüberschuss von 3,3 Mio. Tonnen.

Ähnlich ist die Lage im südlichen Afrika. Auch hier ist der Verbrauch nur 0,3 Mio. Tonnen, das Angebot liegt bei 0,6 Mio. Tonnen, sodass sich ein Überschuss von 0,3 Mio. Tonnen ergibt. Nur sehr gering weichen die Produktions- und Verbrauchszahlen in Ozeanien von jenen im südlichen Afrika ab. In Ozeanien besteht ein Überschuss von 0,3 Mio. Tonnen. Der Verbrauch liegt in diesem Teil der Welt jedoch nur bei 0,2 Mio. Tonnen und damit leicht unter jenem auf dem afrikanischen Kontinent.

Defizite in Asien, Europa und Nordamerika

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Kupfer Rundbarren
Photo: Aurubis

Die nördliche Halbkugel kennt keine derartige Überschüsse. Nur Russland hat mit 0,6 Mio. Tonnen einen nennenswerten Überschuss. Der russische Verbrauch liegt bei 0,8 Mio. Tonnen und damit deutlich höher als in Südafrika oder Ozeanien. Obwohl in Nordamerika viele Kupferschmelzen angesiedelt sind, herrscht in der Region, die immerhin einen Bedarf von 2,2 Mio. Tonnen hat, ein Defizit von 0,5 Mio. Tonnen. Stärker als in den USA und Kanada klafft in den Staaten der Europäischen Union die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Europa kommt auf einen Bedarf von 3,8 Mio. Tonnen und obwohl hier mit Aurubis die weltweite Nummer 2 unter den Kathodenproduzenten beheimatet ist, kennzeichnet den Markt ein Defizit von 1,2 Mio. Tonnen, der durch Lieferungen zumeist aus Südamerika ausgeglichen wird. 

Spitzenreiter und beim Verbrauch mit großem Abstand führend ist die asiatische Region. Die Gesamtnachfrage liegt insgesamt bei 9,8 Mio. Tonnen, denn hier sind mit Japan, China, und Südkorea drei große Verbraucher angesiedelt. Insbesondere der chinesische Verbrauch hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Region verzeichnet deshalb auch das größte Defizit mit 2,4 Mio. Tonnen in 2008.

HardFacts Fazit:
Noch kann das weltweite Angebot die Nachfrage decken. Wie lange noch? Denn Kupfer ist das Metall der Infrastruktur und die wächst vor allem in Indien und China unablässig. Steigende Kupferpreise sind am Horizont sichtbar.
 
 
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