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Stromengpässe

Am 12. Dezember letzten Jahres hat die Provinz Hubei Unternehmen die Stromversorgung gekürzt. Wie Yang Yong, der Chefingenieur der Hubei Electric Power Company, erklärte, könnten die Stromsperren noch bis zum März andauern. Betroffen von der Stromsperre sind weniger Privathaushalte und kleinere Unternehmen als vielmehr Unternehmen mit einem besonders hohen Stromverbrauch. Bei ihnen handelt es sich vor allem um die Stahlund Aluminiumhersteller in der Provinz.

Der Grund für die Sparmaßnahme sind die schrumpfenden Kohlevorräte vieler chinesischer Kraftwerke. Nicht nur in Hubei gehen die Vorräte zurück. Auch aus den Provinzen Hunan, Jiangxi und Anhui werden schwindende Lager berichtet. Sie schrumpfen, weil einerseits der Stromverbrauch und damit der Kohlenverbrauch der Kraftwerke steigt, während gleichzeitig das verfügbare Angebot immer geringer wird. 03kohle_170.jpg

Kohlevorräte reichen nur noch für 9 Tage
Die Statistiken des Energieministeriums weisen für ganz China 349 Kohlekraftwerke aus, die Strom für den lokalen Verbrauch erzeugen. Kurz nach Weihnachten verfügten sie noch über einen Kohlenvorrat von 22,74 Mio. Tonnen. Die Menge reicht aus, um für weitere neun Tage Strom zu produzieren. In Hubei selbst reichen die Vorräte nur unwesentlich länger. Mit Einschränkungen könnte man hier die Produktion für zehn Tage aufrecht erhalten.

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In China setzt man derzeit alles daran, die Situation zu entspannen. Das Eisenbahnministerium stellt deshalb seit dem 18. Dezember täglich 1.550 Eisenbahnwaggons für den Transport von Kohle aus den Provinzen Henan, Shaanxi und Shanxi in die Provinz Hubei bereit. Bis zum 18. Januar soll die Aktion noch fortgeführt werden. Mit diesen Anstrengungen können zwar kurzfristig die Engpässe etwas abgemildert werden, das grundlegende Problem wird man damit jedoch nicht beheben können. Im November 2009 stieg Chinas Stromverbrauch auf 328,4 Mrd. Kilowattstunden. Gegenüber dem November 2008 war dies ein Anstieg von 27,63%. Erzeugt wurden hingegen nur 323,4 Mrd. Kilowattstunden, das war zwar immer noch ein Anstieg gegenüber 2008 von 26,9%. Doch die Zahlen machen deutlich, dass die Schere in 2009 eher weiter auseinanderklappte anstatt sich zu schließen, denn der Verbrauch stieg schneller als die Produktion.

Preise werden langfristig steigen
Schuld daran waren die schnelle Erholung der chinesischen Wirtschaft und das unerwartet kalte Winterwetter. Es erhöhte den Stromverbrauch und beeinträchtigte die Stromerzeugung aus Wasserkraft entlang des Yangtse. Zusätzlich sank die Kohleproduktion in der Provinz Shanxi in 2009, weil zahlreiche kleinere Kohlebergwerke, die für ihre schlechten Sicherheitsstandards bekannt sind, von der Regierung geschlossen wurden. Gleichzeitig kann aus anderen Bergbauprovinzen wie der Inneren Mongolei und Ningxia aufgrund der begrenzten Transportkapazitäten nur beschränkt Kohle zugeführt werden.

Da sich dieser Engpass so schnell nicht wieder auflösen wird, ist mit Preiserhöhungen sowohl bei den Preisen für elektrischen Strom als auch dem Preis für Kohle zu rechnen. Experten erwarten für den Kohlepreis deshalb in 2010 einen Anstieg von 5 bis 8%, der über kurz oder lang über einen erhöhten Strompreis an die Verbraucher weitergegeben werden wird.
 
 
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