Wir möchten heute zu diesem Bild einen weiteren Baustein hinzufügen: Erdöl.
Erdöl
Sogar die IEA (International Energy Agency, Paris) hat ihre lange währende Haltung aufgegeben überhaupt das Ende der Erdölförderung zu erwähnen. Jahrzehntelang war dort die Meinung, bewiesen durch unredliche Zahlen, Erdöl sei immerwährend und nie zu Ende. Dem Verbrauch stünden immer neue Quellen entgegen.
Erst diesen November kam dort ein Glaubenswechsel zustande. Für die Erdöl Welt war das etwa so wie die Konvertierung Edward VIII von England zum Protestantismus. Ein Erdbeben! Dieses Erdbeben erreichte unser Berlin noch nicht, den erst dieser Tage gab ein fachkompetenter Sprecher der Regierungspartei zu diesem Thema bekannt: „alles nicht so schlimm“.
Ende des billigen Benzins und Diesel
Und doch: ein Ende des billigen Erdöls und damit billigen Benzins oder Diesel zeichnet sich ab. Vielleicht sogar das Ende der bislang überall vorhandenen Verfügbarkeit von Benzin und Diesel. Das war bislang immer der Fall bei selten werdenden Gütern – die Versorgung in Breite lässt nach. Vielleicht kommt dann der Tag, wo der Tankwart nur noch Stammkunden mit einigen wenigen Litern beglückt, Nichtstammkunden werden eben auf Dienstagnachmittag vertröstet, weil dann die nächste Lieferung kommt.
Lage und Erreichbarkeit
Wo ist da der Zusammenhang mit Immobilien? Nun Immobilienwerte sind abhängig vor allem von der Lage. Es gilt der alte Maklerspruch: „Erstens Lage, zweitens Lage und drittens Lage“. Und die Einschätzung der Lage der Immobilie hängt auch mit der Erreichbarkeit zusammen. Die Alleinlage auf dem Hügel mit weitem Blick kann sehr wertvoll sein, außer man hat irgendwann zu hohe Kosten oder knappe Transportmittel diese Immobilie zu erreichen. Dann dürfte der Wert stark nachlassen. Diese Überlegungen sollten von den Investoren, die heute Immobilien erwerben nicht vernachlässigt werden, denn Immobilienerwerb ist meist für einige Jahrzehnten gedacht.
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Ähnlich wie es nicht besonders klug ist Goldfälschungen zu kaufen, ist
es sicherlich nicht Wert erhaltend Immobilien zu erwerben, deren Lage
unter der kommenden Erdölverknappung leiden wird.
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Die Probe zur Lage ist eigentlich einfach zu machen: ziehen Sie um die Immobilie einen Kreis auf der Karte. Dieser Kreis definiert wie weit Sie mit Fahrrad oder zu Fuß bereit sind sich täglich zu bewegen um einzukaufen, oder den Arzt zu besuchen oder andere Besorgungen – nicht zu letzt auch Schulen, falls Sie Kinder haben. Sollten Sie schon jetzt in diesem Kreis keine Möglichkeit finden diese Besorgungen zu erledigen, dann sollten Sie diese Immobilie mit Blick auf künftigen Wertverlust meiden.
Das gleiche gilt sinngemäß für Gewerbeimmobilien. Was nützt Ihnen heute
der billige Standort Ihres Handwerkbetriebes am Rand der Großstadt, mit
günstiger Gewerbesteuer, wenn Ihre Monteure später kaum den Weg in die
Großstadt finden um die Aufträge zu erledigen. Oder gar der
Reisevertreter Ihres Hauptlieferanten oder Großhandels nicht mehr zu
Ihnen kommt, weil es einfach zu weit außerhalb liegt!
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HardFacts – Unsere Meinung
Da sollten Sie nicht den heutigen Immobilienpäbsten glauben, die Ihnen weissagen, dass alle Werte immer nach oben gehen. Die aktuelle Krise der Immobilienfonds sollte jeden Käufer von Immobilien zum starken Nachdenken und Auswählen anregen, speziell wenn es lokale Immobilienblasen wie z.B. in München und Umgebung gibt.