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Fracking Drucken E-Mail
Das Wort ist eine sprachliche Verkürzung der Tätigkeit: "hydraulic fracturing" also hydraulisches Zerbrechen.
 
Fracking ist ein Verfahren, um aus Gesteinsschichten gespeicherte Reste von Kohlenwasserstoffverbindungen im wesentlichen Naturgas oder Erdöl zu gewinnen. 
 
Angewandt wird das Verfahren seit ca. 1940, zuerst in Erdölfeldern, wo durch Erschöpfung der Quelle die konventionelle Technik des vertikalen Bohrens und Pumpens keinen Erfolg mehr brachte. Durch das Zerbrechen der naheliegenden Gesteinsschichten konnte man das darin eingeschlossene Erdöl oder Gas in großen Mengen gewinnen.
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Basis des Fracking ist das Pumpen von Unmengen von Wasser unter hohem Druck in das Gestein, also das Zerbrechen. Zum Wasser kommt Sand und verschiedene Chemikalien, um die Gleitfähigkeit zu erhöhen und die Verstopfung der geschaffenen Kanäle im Gestein durch Pilze und Bakterien zu verhindern. Leider stammt die eine oder andere dieser Chemikalien aus dem Giftschrank. 

Giftstoffe

Die genaue Zusammensetzung der Mischung, die da in den Untergrund gepumpt wird, ist meist gut gehütetes Betriebsgeheimnis, im normal Fall firmeneigenes Know-how, das über Jahrzehnte erworben wurde und ungern mit dem Wettbewerber geteilt wird. 
 
Die verwendeten Mengen an giftigen Substanzen seien prozentual gering, wird von der Industrie erklärt. 
Allerdings kommen da bei mehreren hunderttausenden Litern Wasser auch einige Kilogramm an Gift zusammen.

Horizontales Bohren

Besonders interessant wurde das Fracking erst mit der Entwicklung der Technik des horizontalen Bohrens. 
Während mit dem normalen vertikalen Bohren die Technik nur für einige Meter im Umkreis des Bohrkanals für Erfolg sorgte, eröffnete das horizontale Bohren neue Möglichkeiten. 
 
Man konnte danach mit dem vertikalen Bohren in die mehrere tausend Meter tiefen geeigneten Gesteinsschichten gelangen und dann in der Tiefe nach Kippen der Bohreinrichtung um 90° sich vertikal mehrere tausend Meter in diesen Schichten ausbreiten und dort durch Fracking sehr hohe Ausbeute an Gas oder Erdöl ernten. 
Diese horizontale Ausdehnung brachte einen enorm gestiegenen Bedarf an Wasser und Chemikalien. Es brachte ferner eine Unsicherheit über das was mit diesen im tiefen Erdreich verbleibenden Zutaten am Ende passiert. Fakt ist dabei, dass sich die für Fracking interessanten Gesteinsschichten mehrere hundert  bzw. meist mehrere tausend Meter unter dem Grundwasserspiegel befinden. 
 
In solchen Tiefen haben wir keinen klaren Blick mehr und auch die Wissenschaftler arbeiten mit Modellen und Annahmen. Wir sind daher auf Meinungen und weniger auf Fakten angewiesen.

Erfahrungen und Verbote

In den USA, wo Fracking in großem Ausmaß und seit längerem betrieben wird, gibt es Meldungen von vergiftetem Grundwasser, von kranken Rindern und Wildtieren und, ja, brennende und explodierende Wasserleitungen in Folge von im Wasser befindlichen Methangase  durch Fracking. 
 
In England wurden als Folgen des Fracking bislang zwei kleinere Erdbeben beobachtet. 
 
Frankreich hat das Fracking Verfahren komplett untersagt. 
 
In Deutschland wird das Verfahren diskutiert und mit etwas Ideologie vermischt. 

Schonendes Fracking

Neuere Entwicklungen machen jedoch Hoffnung auf schonende Verfahren bei Fracking. 
 
So wurde in Österreich eine ?clean fracking? Methode entwickelt unter Verzicht auf Chemikalien vor allem auf Gift. 
In den USA wird eine andere schonendere Methode die Liquefied Petroleum Gas Fracturing  angewandt. Hier wird Wasser teilweise durch flüssiges Naturgas (NLG) ersetzt. 
 
Dieses flüssige Gemisch wird unter Druck eingepumpt und zerbricht das Gestein. So wird sehr viel weniger Wasser dem natürlichen Wasserkreislauf entzogen und viel weniger Chemikalien eingesetzt.    

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlich ist das Fracking ein wesentlich aufwändigeres Verfahren als die hergebrachten Bohrungen von Öl- oder Gasfeldern, wo das Öl und Gas dann durch den natürlichen Druck oder durch mechanische Pumpen an die Oberfläche gelangt. 
 
Zunehmende Knappheit neuer und alter Ölquellen lässt das Fracking wirtschaftlich erscheinen trotz höherer Kosten, die ja dem Verbraucher weitergegeben werden. 
 
Die USA wollen in den 20 Jahren dieses Jahrhunderts dank Fracking wieder zur alten Weltmacht aufsteigen, weil die notwendige Energie nicht mehr aus Arabien oder woanders importiert wird, sondern als ?Made in USA? die Handelsbilanz schont.
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